Das Sein und das Nichts

Hui, eine sehr philosophische Frage, was ist das Sein und was ist das Nichts?

Zwei Paradoxa, die sich tagtäglich unser Leben bestimmen. Bereits Platon dachte darüber nach, was das Sein und das Nichts ausmacht. Mit seinem Höhlengleichnis beschrieb Platon die Unevreinbarkeit von Sein und Nichts. Indem man nur die Schatten an der Wand sieht, sieht man eigentlich das Gegenteil vom Sein.

Mich erstaunt es, dass wir bis heute dieselben Bilder verwenden, denn in der Physik gibt es eine Theorie, dass das gesamte dreidimensionale Universum nur eine Projektion einer zweidimensionalen Fläche am Rande des Universums sei.

Im Kern ähneln sich diese beiden Bilder oder Theorien.

Das Sein und das Nichts zu verstehen geht nur im Doppelpack. Das Sein umfasst alles, was wir wahrnehmen, beschreiben und erfassen können.

Das Nichts ist dann die Negation des Seins, wie im Höhlengleichnis der Schatten des Lichts. Beides gehört zusammen und auch wieder nicht.

Das Nichts kennzeichnet sich dadurch aus, dass es keine Eigenschaften an sich hat, es ist immer durch ein Nicht gekennzeichnet. Somit kann das Nichts nur existieren, wenn es etwas gibt.

Zu diesem Bild gibt es in der Physik ebenfalls Parallelen: in der Quantentheorie, wie aus dem Nichts einfach etwas entstehen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist die Big Bang Theorie über das Entstehen unseres Universums.

Auch in der Mathematik findet sich ein schöner Vergleich. Die Bildung der natürlichen Zahlen. Indem man um die leere Menge eine Klammer, also einen Rahmen zieht, entsteht ein Objekt, das die leere Menge enthält. Somit ist eine Eigenschaft aus dem Nichts entstanden, die nur das Nichts enthält.

Das Beispiel aus der Mathematik, so einfach es auch ist, beschreibt aus meiner Sicht den Big Bang sehr gut.

Ich könnte noch viele Bilder anführen, die das paradoxe Gegenspiel von Sein und Nichts ausführen. Sei es die Leere des Raums, die leere der Atome, die Bausteine unseres Seins sind. Aber ich möchte einen weiteren Aspekt einführen.

Da wir im Sein leben sind wir systemimmanent, das heißt, wir sind Teil des Systems. Somit werden wir unser Sein niemals in Gänze verstehen, da wir das Sein nicht begreifen können – außer wir sind das Nichts und schauen uns das Sein von außen als System an.

Ein Beispiel für die Systemimmanenz unseres Seins ist, dass wir stets neue Türen öffnen mit Erkenntnissen, die wir erlangen. Lernen wir einen Sachverhalt, zum Beispiel, den Aufbau von Atomen, gehen viele weitere Türen auf, die uns auf neue Grenzen und Fragen stoßen lassen.

Woraus sind die Atome aufgebaut. Wenn wir das Standardmodell der Physik nehmen, ist dies ein Bereich, der ständigen Änderungen unterliegt, da wir hier noch zu wenig wissen erlangt haben – bis jetzt.

Eines jedoch ist klar. Jeder und jede von uns sollte sich zumindest einmal im Leben diese Frage stellen, warum wir hier sind, was wir sind, was uns ausmacht.

Ich habe für mich diese Frage ganz einfach beantwortet. Das, was für mich das Sein ausmacht, ist Liebe.

Überall, wo Liebe ist, enstehen Dinge. Für mich sind alle Eigenschaften, die wir haben, Ableitungen von Liebe, sei es Kreativität, Kunst, Hass, Mathematik, Physik, das Wissen und Streben nach Wissen, Bauen, etc.

Die Liebe vermag es, Dinge entstehen zu lassen. Das Nichts hingegen vermag nichts, außer als Paradoxon für das Sein zu stehen.

Das ist des Pudels Kern in meiner Lebensgleichung.

Ich hoffe, dass immer mehr Menschen die Frage nach dem Sein mit derselben Antwort beantworten. In Hoffnung auf eine bessere Welt, die stetig nach Erkenntnisgewinn und Liebe strebt, eine Variable, die aus meiner Ansicht gegen unendlich strebt.

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Kategorisiert in Gedanken

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